NebenAN

Magazin BGL & Salzburg

Sepp Forcher – Ein Salzburger Urgestein

Magazin-Nebenan-2_Seite_22_800

Sitzt man mit diesem belesenen Herrn zusammen vergeht die Zeit wie im Flug. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste. Was könnte uns Sepp Forcher nicht alles aus seinem reichen Leben erzählen. Über seine Vergangenheit wurde schon des Öfteren berichtet, also haben wir bei einem guten Gläschen Wein ein bisschen über Gegenwart und Zukunft geplaudert….

Sepp Forcher ist ein großer Liebhaber  der Historie und der spätgotischen Plastik im süddeutschen Raum. Unschwer zu erraten, sammelt er unter anderem Wiener Keramik Figuren und antike Kaffeeschalen. Während wir seine Schätze bewundern, erfahren wir auch die spannenden Geschichten, wie diese kleinen Kostbarkeiten den Weg zu ihm gefunden haben. Es kann leicht sein, dass Sie das Ehepaar Forcher bei Ihrem nächsten Flohmarktbesuch erspähen.

Den Computer sieht er als revolutionäre Erfindung, der die Menschheit umkrempelt. Dem PC Zeitalter steht er etwas skeptisch gegenüber, jedoch informiert bleibt Sepp Forcher auch was das betrifft. „Nur weil alles anders ist, ist es aber nicht zwingend besser.“ Nach wie vor greift er lieber zur Feder um seine persönliche Post zu beantworten. Wie zu seinem 80sten Geburtstag, als er 800 Dankschreiben mit der Hand verfasste. „Das Ziehen im Daumen habe ich lange gespürt.“

Sein Lebensmotto lautet Genuss. Sich groß zu Kasteien und nach ärztlichen Vorschriften zu leben, davon hält er wenig. „Mit dem Wort Wellness konnte ich wie mit vielen anderen englischsprachigen Begriffen wenig anfangen. Wohlbefinden ist an und für sich eine sehr persönliche Sache.“ Er zum Beispiel fühlt sich in seiner Stube, umgeben von alten Bauernmöbeln, gutem Essen und einem Glas Wein pudelwohl.

Auch das Sterben ist kein Tabu Thema im Hause Forcher. „Grad neulich waren wir auf einem Begräbnis in Niederbayern. Dort findet die Verbrennung und Verabschiedung mit der Urne am selben Tag statt. Das hat uns gut gefallen. So muss man die Familie nicht zweimal belasten, wie es in Österreich Usus ist.“

Ein besonderes Steckenpferd der Familie Forcher ist Reisen. Seinen Führerschein machte er erst mit 35 Jahren. Das erste Auto, ein VW, finanzierte sich durch Steinfunde.

Geplant wird nur mehr 1 Jahr im Vorhinein. „Wenn wir nicht mehr so beweglich sind, werden wir viel lesen.“

Steckbrief:

Sepp Forcher, geboren am 17. Dezember 1930 in Rom. Ab 1955 bewirtschaftet er mit seiner Frau Helli verschiedene Schutzhütten. Seit  24 Jahren begeistert er mit seiner Sendung „Klingendes Österreich“ Jung und Alt.

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.