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Magazin BGL & Salzburg

Crashkurs für den guten Lebensgefährten – Satire Buch von Lydia Giannaras-Bärthlein

Liebe Männer,

unterlasst es bitte endlich trotzig auf den Tisch zu hauen, wenn ihr nicht bekommt was ihr wollt. Und langweilt uns nicht länger mit solch abgedroschenen Argumenten wie: „Der Herr im Haus bin ich. Ich bin der Geldverdiener.“ So etwas zieht heutzutage bei uns wirklich nicht mehr.

Es kommt auch nicht sehr gut bei uns an, wenn ihr in unserem Beisein glotzäugig anderen Frauen in den Ausschnitt purzelt, euch heimlich Bilderbücher von hüllenlosen Geschlechtsgenossinnen kauft oder sie euch in unbeobachteten Momenten als Freeware ins Haus holt. Känzelt endlich eure kränkenden  mmm- und ahhh- Ausrufe sobald im Fernseher nacktes Fleisch vorbei wackelt, dass an einem attraktiverem Skelett hängt, als das unsere. Wie würdet ihr euch denn umgekehrt fühlen, wenn uns jedesmal der Speichel aus den Mundwinkeln läuft, sobald ein junger halbbekleideter Adonis über den Bildschirm flattert?

Danke übrigens an eure Verbündeten beim Fernsehen. Wir haben es bereits überrissen, dass sie uns solche Gelegenheiten verwehren. Denn Männer springen nun mal nicht im Adamskostüm aus dem Joghurtbecher, halten uns strahlend ihren Löffel entgegen und posaunen in die Kamera:

„Alles Müller… oder was“!

Hingegen uns morgens gut gelaunt, mit einer Rose zwischen den Zähnen, das Frühstück ans Bett zu servieren, die Schlafstätte in Ordnung zu bringen, unser Kostüm aufzubügeln während wir uns gemütlich und ungestört im Bad zurechtmachen können wäre schon mal ein guter Anfang für den Tag.

In der Firma könnt ihr eure Mittagspause sinnvoll nutzen, indem ihr uns die Menüvorschläge für das Abendessen schon mal faxt. Es ist alles nur eine Frage der Einteilung und Organisation!

Vergesst bitte nicht, wenn ihr im Google nach Rezepten stöbert: Abwechslungsreich sollte unsere Nahrung sein, kalorienarm, leicht verdaulich und gesund. Bedenkt, dass ihr euch sonst nur ins eigene Fleisch schneidet, wenn am Abend statt Pretty Women in roter Reizwäsche die dicke Mitzi in Baumwollschlüpfer zu euch ins Bettchen rutscht.

Ach ja, und wir es lieben, tagsüber öfter mal ein SMS von euch am Handy zu sehen,  indem ihr uns versichert, wie sehr ihr uns liebt, vergöttert und vermisst. Wo ihr euch  aufhaltet und was ihr gerade macht, wissen wir auch immer gerne. Im Zeitalter von Handy, E-Mail und GPS sollte das kein Problem mehr für euch sein.

Vergessen gehört für uns zu den unerlässlichen Sünden, liebe Männer, sowie der Seitensprung! Außer wir haben bereits selber einen hinter uns, dann drücken wir schon mal ein Auge zu.

 Und noch eins:

Die Emanzipation der Frau hat nichts damit zu tun, dass ihr euch in Punkto gute Manieren zurücklehnen könnt, liebe Männer.

Höflichkeit ist immer noch up to date und groß angeschrieben bei uns Frauen. Wenn wir uns alleine in den Mantel wurschteln müssen, ihr uns die Schwingtüre gegen den Kopf knallt und uns im Restaurant auch noch die Rechnung über den Tisch schiebt, braucht ihr euch nicht zu wundern, wenn wir lesbisch werden und euch meiden wie die Pest.

 Dass es nicht zum Äußersten kommt, wird dieses Handbuch verhindern. Wenn ihr es auswendig lernt, steht einer glücklichen Paarbeziehung nichts mehr im Weg. Gegenseitiges Abfragen am Wirtshaustisch hilft auch ungemein. Jede Minute Zeit und Arbeit an diesem Paar-Sein-Konzept zahlt sich aus. Ihr werdet sehen, es ist ein Leichtes unsere Herzen zu gewinnen.

Wir freuen uns, dass ihr nun endlich auf einen selbstreflexiven Prozess zusteuert und euch nicht länger vom traditionellen Männerbild kleinhalten lasst!

 toi, toi, toi…

Lydia Giannaras-Bärthlein, Salzburg

2002 hat sie die Liebe auf die wunderschöne Kykladeninsel Paros verschlagen.
Mitunter kann es aber auch ganz schön einsam sein auf so einer Insel, besonders im Winter.
So hat sie  zu schreiben begonnen.

Ihre Bücher sind in der Dombuchhandlung, Buchhandlung Sorger, Rupertusbuchhandlung erhältlich oder direkt bei der Autorin unter thoughts@gmx.at

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